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Bauchspeicheldrüsentumor

Die Wirkung des DAWs auf Bauchspeicheldrüsentumoren wurde in in vitro Versuchen und in einer retrospektiven klinischen Studie analysiert. In vitro wurde die Wirkung des DAWs, allein und mit dem Zytostatikum Cisplatin, auf der Pankreastumor-Zelllinie MIA PaCa-2 mit dem xCELLigence RTCA System (Roche Applied Sciences) getestet. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Zellen unter physiologischen Bedingungen beobachtet werden können, und die Zellteilung in Echtzeit (real time) ohne radioaktive Markierung oder Manipulation der Zellen gefolgt wird. Während des Versuchs wird die Änderung des Widerstands mittels eines Elektrodennetzes auf dem Boden der Zellkulturschale gemessen. Die gemessene Impedanz nimmt mit dem Wachstum und Anhaftung der Zellen zu, was mit dem Wert des normalisierten Zellenindexes (CI) charakterisiert wird. DAW hat (bei 135, 125, 115, 105, 85, 65 und 40 ppm D) die Teilung der MIA PaCa-2 Pankreastumorzellen in vitro dosenabhängig gehemmt, CI nahm gegenüber der Kontrolle (150 ppm D) signifikant ab (p<0,05). Die Zytotoxicität des Cisplatins wurde an den MIA PaCa-2 Zellen bei mehreren Konzentrationen (20, 40 und 60 M) mit DAW (50 ppm D) kombiniert untersucht. Mit der kombinierten Anwendung nahm CI dosenabhängig ab und wies eine synergistische Wirkung nach. Das deutet auf die Möglichkeit hin, mit niedrigerer Dosis des Zytostatikums, d. h., bei weniger Toxizität, dieselbe Effizienz erreichen zu können. Cisplatin zeigte maximale Wirkung bei 40 M Konzentration neben DAW von 50 ppm D-Gehalt, und schon bei 20 M Konzentration neben DAW von 25 ppm D-Gehalt – ein weiterer Beweis der Synergie von Cisplatin und DAW in Gemsar-resistenten MIA PaCa-2 Zellen. Diese Ergebnisse zeigen eindeutig, dass die Kombination von DAW und Chemotherapie die Minderung der Dosis des Zytostatikums bei gleich bleibender Wirksamkeit ermöglicht, wodurch die schädlichen Nebenwirkungen deutlich verringert werden. In der retrospektiven klinischen Studie nahm die erwartungsgemäße Überlebensdauer der Pankreastumorpatienten bei zusätzlicher DAW-Anwendung 6,5mal (von 6 auf 39 Monate) zu, falls die Anwendung des DAWs innerhalb 60 Tagen von der Diagnose anfing (n=18). Bei Patienten, die später als 60 Tage nach der Diagnose der Studie beitraten (n=14) die mediane Überlebensdauer betrug 16 Monate.

DAW hat die Vermehrung der Pankreastumor-Zellen MIA PaCa-2 in vitro gehemmt. In kombinierter Anwendung mit konventioneller Therapie, wurde bei Patienten mit fortgeschrittenem, inoperablem Bauchspeicheldrüsentumor die mediane Überlebenszeit 4- bis 6-mal verlängert.

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Literaturhinweis:

Boros L.G., Meuillet E.J., Somlyai I., Jancsó G., Jákli G., Krempels K., Puskás L.G., Nagy L., Molnár M., Laderoute K.R., Thompson P.A., Somlyai G. (2014) Fumarate hydratase and deuterium depletion control oncogenesis via NADPH-dependent reductive synthesis. AACR 2014 - Annual Meeting, April 5-9, San Diego, CA, USA, DOI: 10.12918/HYD2014AACRPOST